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Nov
16

Wanderung 23 ab Fahrplanwechsel 2016/2017 nicht mehr sinnvoll machbar

Durch die sinnfreie Streichung der letzten Busverbindung (VGN #970) ab Tiefenellern nach Bamberg Mo-Fr um 19 Uhr ist die schöne Tour von Scheßlitz über die Gügelkirche nach Tiefenellern zur Brauerei Hönig und bei Bedarf noch nach Lohndorf zur Brauerei Hölzlein (w023) nun ab Mitte Dezember 2016 nicht mehr durchführbar. Die letzten paar Jahre habe ich das sehr gerne an einem freien Nachmittag gemacht. Sommer wie Winter ein schönes Erlebnis. Die unten angehängten Bilder sind z.B. letzten Montag (28.11.) entstanden, als ich ausnahmsweise auch noch über die Giechburg gewandert bin.

In Litzendorf fährt ein Bus um nach 19 Uhr auch zukünftig noch vorbei, aber die paar Kilometer hinter nach Tiefenellern war den Sparfüchsen beim Busunternehmen zuviel, obwohl laut neuem Fahrplan eigentlich um kurz vor 19 Uhr noch zwei „Halte nur zum Aussteigen“ aus Bamberg kommend (umstieg in Litzendorf) für Lohndorf und Tiefenellern eingerichtet sind – die haben wohl Hoffnung, dass das nie jemand nutzen wird. Dabei könnte man, nach vorheriger telefonischer Anmeldung beim Busunternehmen (das geht am Nachmittag in den Ferien laut neuem Fahrplan der Linie 970 auch schon für die Orte östlich von Tiefenellern (z.B. Königsfeld und Huppendorf)) diesen Bus auch zum Abholen von Fahrgästen aus Tiefenellern einrichten und problemlos den Anschluss an den Bus der von Geisfeld nach Bamberg in Litzendorf hält gewährleisten. Das Umsteigen ist man bei dieser Linie ja gewohnt…
So könnte dieser kurze Zubringer vor allem auch bedarfsgerecht z.B. mit Kleinbussen gefahren werden und nicht immer mit den spritschluckenden großen Reisebussen.

Es kommt aber anders und das schöne Ellertal ist nun wieder endgültig den hunderten Autofahrern, die dort jeden Tag die Brauereigasthäuser fluten überlassen. Die Brauereien beklagen weiter den zurückgehenden Bierkonsum – denn Autofahrer trinken kein/weniger Bier – und die Erbsenzähler beim Busunternehmen triumphieren, dass wieder ein paar Euro eingespart werden konnten.

Wenn die Einschränkungen wenigstens sinnvoll wären, könnte ich das nachvollziehen, aber in dieser Form ist es nicht vermittelbar, woher da noch eine relevante Einsparung kommen sollte. Nach bisherigem Fahrplan fuhren zwei Busse. Einer um 19 Uhr ab Geisfeld nach Bamberg und ein anderer von Tiefenellern nach Bamberg. Jetzt fährt nur noch einer von Geisfeld über Litzendorf nach Bamberg. Einer statt zwei, das leuchtet ein, aber auf den kurzen Abstecher von Litzendorf nach Tiefeneller zu verzichten das versteht kein Mensch.

Die Verantwortlichen im Landratsamt, die eigentlich die Verbindungen bestellen (und bezahlen), gehen auf Tauchstation und lassen das Busunternehmen machen. Dabei ist es, wie in diesem Fall, anscheinend egal was dabei heraus kommt – ganz nach dem Motto: Wer fährt schon Bus, wenn ein Auto in der Garage steht. Es heißt, die Linie würde „eigenwirtschaftlich“ vom Busunternehmen betrieben. Wie das funktionieren soll, wenn kaum Fahrgäste Fahrkarten im Bus kaufen, sondern im VGN-Gebiet Zeitkarten oder Tages-/Wochenendtickets benutzen, kann nur gerätselt werden. Wenn dem so ist, wird einiges klarer. Denn die Abendverbindung ab Tiefenellern benutzen ja sicherlich zu fast 100% Zeitkartenfahrer aus dem Großraum – also kommt da kein Geld in die Kasse des Busfahrers. Welchen Anreiz hat ein Busunternehmen die ungeliebte Verbindung noch zu erhalten? Man könnte sagen, da wurde der Bock zum Gärtner gemacht.

Ohne großen finanziellen Mehraufwand könnte man, mit etwas gutem Willen auf dieser Strecke beides haben, das habe ich oben schon beschrieben.

Da wird natürlich mit der nachfolgenden Fahrt ab Bamberg nochmal nach Litzendorf argumentiert. Diese wurde so knapp gelegt, damit der Abstecher nach Tiefenellern kaum mehr drin ist. Warum der nicht einfach 15 Minuten später fahren kann, oder die Lösung mit dem Bedarfsabholer (s.o.) gewählt wird? Da kann man nur den Kopf schütteln.

Noch eine Anmerkung:
Zwei weitere Probleme mit dieser Linie werden nicht angegangen, obwohl sie seit Jahren bekannt sind:
– Im neuen Fahrplan wurde wieder nicht vermerkt werden, dass auf der Linie 970, entgegen der Regelung im übrigen VGN, am Faschingsdienstag nach Samstagsfahrplan und nicht normal nach Werktagsfahrplan gefahren wird – eigentlich kein Problem, wenn man es weiß – leider kann man es nicht wissen, wenns nicht drin steht!
– Die Fahrten ab Bahnhof/Post zur halben Stunde (z.B. 11:30 Uhr) bedeuten in der Regel keinen Anschluß vom RE aus Richtung Nürnberg. Wir hatten das jahrelang immer wieder am Sonntag um 11:30 Uhr versucht, aber es klappt erfahrungsgemäß nur zu 50%, da der RE aus Nürnberg meist ein paar Minuten Verspätung hat. Hier wäre eine Abfahrt 10-15 Minuten später (oder gleich 30 Minuten früher, dann hätte man gemütlich den Anschluß von der S-Bahn) von Vorteil.

Wer den erneuten Schildbürgerstreich selbst nachlesen möchte, bei der VGN Fahrplanauskunft sind der alte und der neue Fahrplan der Linie 970 als pdf-Datei zur Zeit noch abrufbar (Liniennummer eingeben): VGN Linien

Dem VGN war diese, für Ausflügler drastische Einschränkung übrigens nicht mal eine Erwähnung in den Änderungen zum Fahrplanwechsel wert! Im Landkreis Bamberg gibts laut VGN anscheinend gar keine Änderungen – ich hatte sie nur zufällig entdeckt, da ich die Linie häufig fahre. Ich möchte ja gar nicht wissen was sonst noch alles im Argen liegt.

Viele werden spätestens im Sommer verärgert sein, wenn sie „wieder mal“ zum Hönig-Biergarten wollen aber kein Bus mehr fährt – aber dann ist es zu spät.

Wer das liest und wie ich auch zumindest mal im Sommer gerne in den Biergarten in Tiefenellern oder in Lohndorf geht und ein paar der leckeren Biere genießt ohne Angst um den Führerschein haben zu müssen, der wendet sich bitte an das Landratsamt Bamberg, das Busunternehmen Metzner-Hennemann und evtl. die Gemeinde Litzendorf und fordert den Erhalt dieser wichtigen Verbindung ab Tiefenellern.

Es geht hier nicht um zusätzliche Fahrten, wie das Landratsamt gerne argumentiert, es geht nur um den Erhalt einer, zwar schon bisher nicht optimalen, aber wenigstens vorhandenen Verbindung, auch unter den kostenoptimierten Bedingungen, aber dazu gehört auch ein guter Willen und ein gewisses Umweltbewustsein, welches im Landkreis Bamberg wohl immer noch bei der eigenen Autotüre aufhört. Zurück in die Steinzeit Landkreis Bamberg!

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