Es vergeht kaum ein Wochenende für uns ohne die VGN Bus-Nr 970 und 969.
Nachdem alle anderen Busse zu Landbrauereien an den Wochenenden abgeschafft wurden und höchstens noch im Sommer fahren, sind das die einzigen Möglichkeiten um nach Lohndorf, Melkendorf, Geisfeld, Tiefenellern, Schammelsdorf, Köttensdorf, Scheßlitz, Steinfeld, Huppendorf, Schederndorf, u.s.w. zu kommen.
Hoffentlich haben die Verantwortlichen im Landratsamt Bamberg ein Einsehen, dass es noch lange so bleibt.
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Das Rad neu erfinden…
Es liegt mir schon länger auf der Seele, aber ich hatte kaum Zeit dazu…
Schon im November habe ich eine Pressemeldung über den Verein “Bierland-Oberfranken” gelesen, indem neben allerlei Selbstbeweihräucherung auch angekündigt wird 50 GPS-Bierwanderungen von einer Bamberger Werbeagentur erstellen zu lassen. Im “Wiesentboten” habe ich dazu schon einmal einen Kommentar geschrieben, den ich (in inzwischen aktualisierter Form) auch meinen Lesern nicht vorenthalten will:
Schön, dass sich auch endlich der Verein “Bierland-Oberfranken” um die (GPS-)Wanderer kümmern will.
Mit blumigen, aber nichtssagenden Worten “nach einem einheitlich hohen touristischen Qualitätsstandard” werden 50 Wanderungen angekündigt, die eine Werbe-Agentur ausarbeiten soll. Leider wieder einmal nur in Oberfranken und (sicherlich) nur zu Vereinsmitgliedern.
Der Ansatz “Zu Fuß, mit dem Rad oder mit dem Auto, je nach Situation vor Ort.” ist meiner Meinung nach aber grundsätzlich falsch. Eine Bierwanderung wird für Verkehrsteilnehmer und besonders Autofahrer nicht besonders sinnvoll sein. Aber es ist natürlich billiger ein paar Euro in einen Internetauftritt zu stecken, als den an Wochenenden vielerorts brachliegenden ÖPNV zu entwickeln.
Bierwandern macht doch erst richtig Sinn und Spaß wenn man auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs sein kann.
Mit bierwandern.de kümmere ich mich nun schon über 10 Jahre rein privat darum Wandertouren der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, die auch an Wochenenden ohne Auto durchzuführen sind. Das geht für die Wanderer natürlich nicht ohne ein wenig Eigeninitiative.
Es hat aus eigener Erfahrung noch keiner Brauerei und Region gut getan wenn organisierte “Bierwandertouren” angeboten werden und Horden von “Wanderern” wie die Lemminge durch die Gegend rennen und zwischendurch in die oft winzigen Gaststuben einfallen. Die Stammgäste danken dies in Folge gern mit Abwanderung in ruhigere Gefilde. Zudem ist vielen Teilnehmern solch fragwürdigen Unternehmungen weder klar wohin sie laufen, noch welches Bier sie gerade trinken. Überzeugen kann man sich im Sommer persönlich davon um Aufsess, um Waischenfeld und um Thuisbrunn
.
Klar geht auf einer privaten Seite alles nicht so schnell und ich bin seit dem Neustart 2008, der durch meinen GPS-Logger ausgelöst wurde, gerade mal auf 24 Wanderungen auf bierwandern.de gekommen, aber dafür verbrauche ich auch keine Mitgliedsbeiträge und EU-Fördergelder.
Die Brauereidatenbank von Bierland-Oberfranken ist zwar ganz interessant (ich nutze sie auch für gelistete Brauereien ohne eigenen Internetauftritt), aber ersetzt nicht einen aktuellen, eigenen Internetauftritt der jeweiligen Brauerei. Hier wären die EU-Fördermittel sicher besser aufgehoben.
Ich hoffe nur, dass das neue Projekt den Brauereien nützt, ohne sie zu überrennen und dass man sich bei den Beschreibungen und den Infos ein wenig mehr Mühe gibt als bei den bisherigen Wanderungen auf der Bierland-Oberfranken.de Seite.
Dieser Urlaub war ganz schön nervenaufreibend. Im Dezember und Januar ist in unseren Breiten Winter – überraschend ist das aber nur für die Deutsche Bahn. Dazu kommt dann noch die Neuerfindung Einführung der S-Bahn. Auf der Strecke nach Bamberg gibt es zwar keine zusätzlichen Verbindungen, aber dafür jetzt langsame Loks, alte Waggons, fehlende oder defekte Toiletten, endlose Verspätungen und keine Anschlusszüge mehr.
In der Zeit vom 27.12. bis 09.01. hatten wir auf unseren täglichen Fahrten mit Zug und Bus in Summe 11 Stunden Verspätung. Auf das Konto des Busverkehrs kommt davon lediglich eine Stunde am 6.01.11. Dafür hatten wir jedoch aufgrund der Glatteislage Verständnis.
Wir haben es trotzdem geschafft 162 km und 45 Stunden zu laufen und dabei 31 Brauereien zu besuchen. Das nachfolgende Bild zeigt unsere “Wirkungsorte”.

Frustrierend war besonders am eigen Leib zu erfahren welche “Vorteile” die S-Bahn nach Bamberg bringt: Es gibt keine zusätzlichen Verbindungen, aber entgegen der vorherigen Praxis wartet nun kein anderer Zug mehr auf verspätete Anschlussreisende aus der S-Bahn – selbst wenn es nur um 3 Minuten geht. Wenn ich Pendler wäre und jeden Tag mit diesem Verkehrsmittel auf die Arbeit fahren müsste würde ich vermutlich recht schnell aufgeben und das Auto benutzen.
Ende gut – von Bus versetzt
Am Ende ist es nun für unsere drei Pechvögel, die im letzten Blogartikel von Drügendorf nach Eggolsheim wollten, doch noch gut ausgegangen. Das zuständige OVF bzw. DB Frankenbus Büro hatte ein Einsehen und erstattet die angefallenen Kosten auf Kulanz – auch wenn das rein rechtlich wohl nicht “nötig” gewesen wäre.
Leider bleibt das Problem, dass man in einem solchen Fall vor Ort auf sich alleine gestellt ist. Als Busbenutzer sollte man also immer die wichtigsten (Notfall-)Rufnummern dabei haben, damit man nicht in die Kostenfalle der teuren 01805er Störfall-Rufnummer tappt. Ein funktionierendes Mobiltelefon mit geladenem Akku ist dann natürlich auch (über-)lebenswichtig. Am besten noch ein paar warme Decken, eine große Kanne Kaffee, einen Animateur für quengelnde Kinder, Proviant für mindestens 60 Stunden und viel Geduld.
Rechtelos im VGN Busverkehr
Eine unglaubliche, aber wahre Geschichte:
2 Erwachsene und ein 4-jähriges Kind samt Schlitten stehen letzten Freitag im schönen Drügendorf und warten ab 17:55 Uhr auf den letzten BUS (VGN-Linie 220) gen Eggolsheim. Außer ein paar Schneeflocken, die vom Himmel fallen, und einigen PKW’s, die an ihnen vorbei fahren, tut sich jedoch nicht viel. Kein Bus ist in Sicht. Auch 20 Minuten nach der eigentlichen Abfahrtszeit, als klar ist, dass sie den Anschlusszug in Eggolsheim nicht erreichen, lässt sich noch kein Bus blicken. Es ist schon kalt und es wird durch die Warterei noch kälter. Langsam wird selbst der Schnee langweilig. Ungeduldig wird nochmal der Fahrplan gesichtet – ja, um 18:05 Uhr hätte der letzte Bus fahren sollen.
In der Not untersuchen sie den Aushang im Wartehäuschen näher. Siehe da! Es gibt ein paar Telefonnummern. Ein Verkaufsbüro in Erlangen und eine für den Störfall. Flugs ist das Mobiltelefon aus dem Rucksack geholt und die erste Nummer gewählt. Enttäuschung! – Leider ist das Verkaufsbüro am Freitag nur bis 15 Uhr geöffnet. – Schön für die Bediensteten dort – aber hier in der Kälte hilft das wenig. Also doch ein Störfall. Hmmm… die andere Nummer geht mit 01805 los – oh je – denken sie sich – den darunter stehenden Hinweis, dass ein Anruf auf dieser Nummer 14 Cent/Minute aus dem deutschen Festnetz kostet, immer im Blick und ihn für einen schlechten Scherz haltend, da an einer Bushaltestelle weit und breit kein Festnetz zu finden ist – denken sie: “Was bleibt in dieser Situation übrig?” und wählen. Gut dass sie zu zweit sind, so kann einer telefonieren und der andere den schon etwas unruhigen Nachwuchs wenigstens einigermaßen bei Laune halten.
Am anderen Ende der Leitung meldet sich eine freundliche Stimme und teilt mit, dass es schneit und deswegen in Forchheim kaum noch Busse fahren. Verwundert reiben sich unsere Wartenden die Augen – ach es schneit – interessant, aber das hätten sie auch selbst gewusst, denn sie stehen ja schon bald eine dreiviertel Stunde draußen – und die letzten Wochen ist das ja schließlich täglich vorgekommen. In Forchheim fahren kaum noch Busse – auch schön, aber Forchheim ist von Drügendorf über 20 km entfernt und in Drügendorf, welches wesentlich höher und damit in der Regel kälter ist als Forchheim, liegt auf der Ortsstraße nur 1 cm Neuschnee. Drügendorf ist dem freundlichen Herr an der anderen Seite der Leitung aber auch überhaupt kein Begriff. Er kann auch nicht nachschauen, ob dort noch ein Bus kommt oder nicht. Schließlich kommt von ihm nur der Vorschlag, man solle sich doch ein Taxi nehmen und die Quittung dann beim entsprechenden Verkehrsunternehmen – zuständig sei DB Frankenbus mit Büro in Erlangen – einreichen. Er könne es aber nicht bestellen. Da die verhinderten Busfahrer schon öfters im Landkreis Forchheim unterwegs waren, ist ihnen das dortige Anruf-Sammeltaxi (AST) ein Begriff. Die Nachfrage, ob den das etwas billigere AST auch möglich wäre, erzeugt erneut nur Fragezeichen bei dem freundlichen Mitbürger am Telefon. Also bedanken sie sich für die kompetente Unwissenheit und legen auf, um das günstigere AST zu bestellen. Die Telefonnummer haben sie schließlich als den letzten Notnagel immer dabei – an der Bushaltestelle wäre sie nicht zu finden gewesen. Das AST muss aber mindestens eine Stunde vor Abfahrt bestellt werden. Da es inzwischen schon 18:45 Uhr ist, bestellen sie es auf 19:45 Uhr.
Die Zeit vergeht und schließlich um 20 Uhr kommt auch ein Taxi aus Forchheim vorgefahren. Die drei steigen ein und werden problemlos nach Eggolsheim gebracht. Dort geht es dann mit zwei Stunden Verspätung in den Zug Richtung Nürnberg. Das Taxi kostet für die “Kurzstrecke” trotz verbundraumweiter MobiCard 7,40 Euro Zuschlag. Für eine eigentlich kostenlose Fahrt mit dem Bus ganz schön happig. Aber sie haben ja noch die Hoffnung, das Geld wieder zu sehen.
Im Zug dann der Schock. Die paar Minuten mit der “Störungs-Hotline” – die keine weiteren Informationen oder Hilfe gebracht hatte – kosteten über sieben Euro. Das empfinden sie als reine “Abzocke” und Ausnutzen einer Notsituation, um die Kasse klingeln zu lassen. Eigentlich ein Fall für die Verbraucherschützer – denken sie sich.
Daheim wird die Ernüchterung aber noch größer. Am Montag, als das zuständige Verkaufsbüro in Erlangen endlich wieder besetzt ist, erfahren sie in recht harschem Ton, dass sie überhaupt kein Recht auf Erstattung der Kosten hätten – keine Taxikosten – und schon gar nicht die Telefonkosten, denn dafür gäbe es schließlich keinen Beleg. Überhaupt hätte man mit dem Kleinkind an der Haltestelle so lange warten müssen, bis eben ein Bus kommt – auch wenn es der letzte Bus des Tages war, der bisher nicht gekommen ist.
Und wenn wirklich keiner kommt – auch eigenes Pech. Denn ein Busfahrer muss sich nirgends melden, wenn er Haltestellen nicht anfährt. Schließlich erklärt man sich in Erlangen dennoch bereit, beim beauftragten Busunternehmen nachzufragen, ob und wann in Drügendorf gefahren wurde. Nicht ohne es gleich mit der Drohung zu verbinden, dass selbst bei drei Stunden Verspätung natürlich keinerlei Erstattungsanspruch bestünde.
Drei Tage später meldete sich dann dieses Verkaufsbüro Erlangen wieder bei unseren Pechvögeln und erklärte, dass sie vom Busunternehmen die Aussage hätten, dass es an diesem Tag viel zu schlechtes Wetter gewesen sei- es sei angeblich zu glatt gewesen, so sei man nicht “nach Drügendorf hinter gefahren” (- wohl aber daran vorbei – denken sich unsere drei verhinderten Busfahrer). Das wäre dann “höhere Gewalt” und nicht erstattungsfähig. Der jeweilige Busfahrer könne dies selbst entscheiden und bräuchte sich nicht bei einer “Leitstelle” oder ähnlichem zu melden, damit von dort für Ersatz gesorgt werden könnte.
Den versetzten Fahrgästen stünde es natürlich frei, auf eigene Kosten an der Bushaltestelle zu übernachten oder eine selbst finanzierte Taxifahrt anzutreten.
Fazit: Keine Rechte – keine Erstattung – keine Beförderung – kein Service – rein Garnichts, außer verschleudertes Geld für das teure Telefonat. Schöner VGN!
Die Bahn würde sagen: “Wir bitten Sie um Ihr Verständnis”
Ende der Geschichte.
Wer noch etwas Literatur zum Thema braucht:
Beim Fahrgastverband PRO BAHN e.V. gibt es eine interessante Seite zu den nicht vorhandenen Rechten im Nahverkehr außerhalb der Bahnstrecken und einigen Infos zu Verkehrsverbünden die es besser machen als “unser” VGN:
PRO BAHN zu Fahrgastrechten im öffentlichen Nahverkehr
Der nachfolgende Link zeigt, dass unser Bundes-Verkehrsminister auch nicht daran interessiert ist, dass sich im ÖPNV diese absolut ungerechte und unbefriedigende Situation ändert:
Lobby der Busunternehmer zur EU-Initiative für mehr Fahrgastrechte im Busverkehr
Aktuell noch ein Artikel vom 04.02.2010 zur anscheinenden Einigung in Sachen EU-Fahrgastrechte im Busverkehr
Über die Feiertage waren wir drei Wochen lang fast jeden Tag zu Fuß im Brauereienland unterwegs. Herausgekommen sind dabei 294 km Strecke und 68 Stunden reine Wanderzeit. In dieser Zeit besuchten wir 46 Brauereien – und das alles natürlich mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Eigentlich hätten es 48 Brauereien werden sollen, aber zwei entpuppten sich als ungekennzeichnete Rauchergaststätten, die wir deshalb auslassen mussten. Die beiden waren die Brauerei Schrüfer in Priesendorf und die Brauerei Hertlein in Staffelbach – wirklich sehr schade.


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